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30 Jan
30Jan

In der wunderbaren Welt des Projektmanagements gibt es Momente, in denen Sie sich möglicherweise einem Projekt gegenübersehen, das ganz offensichtlich gegen die Wand gefahren ist. Die Anzeichen sind oft unübersehbar - Meilensteine wurden verpasst, das Budget ist nahezu verbraucht, die Teammoral ist auf einem Tiefpunkt angelangt, und Schuldzuweisungen sind an der Tagesordnung.

Es handelt sich zweifellos um eine herausfordernde Situation, aber sie ist nicht unlösbar. Mit dem richtigen, strukturierten Ansatz und einem klaren Aktionsplan können Sie neues Leben auch in ein derartiges Projekt einhauchen und es wieder auf den Weg zum Erfolg bringen. In diesem Beitrag stellen wir einen strukturierten Aktionsplan für die ersten 30 Tage als neuer Projektleiter in einer solchen Situation vor.


Woche 1: Lagebericht

  • Projektreview: Beginnen Sie damit, sich in die Geschichte des Projekts einzuarbeiten. Tauchen Sie in die Projektdokumentation ein, einschließlich der ursprünglichen Charta, des Projektplans, der Budgetzuweisungen und der Fortschrittsberichte. Ihr Ziel ist es, zu verstehen, was geplant war, im Vergleich zu dem, was tatsächlich geschehen ist.
  • Gespräche mit Stakeholdern: Planen Sie Gespräche mit wichtigen Projektbeteiligten, darunter Sponsoren, Teammitglieder und möglicherweise auch Kunden oder Endbenutzer. Hören Sie aufmerksam auf ihre Perspektiven und Erwartungen in Bezug auf das Projekt.
  • Bewertung des Teams: Evaluieren Sie das bestehende Projektteam - deren Fähigkeiten, Stärken und die Dynamik innerhalb der Gruppe. Suchen Sie nach Lücken in den Fähigkeiten oder Problemen, die die Teamarbeit beeinträchtigen.
  • Ursachenanalyse: Starten Sie eine umfassende Ursachenanalyse. Dies ist die Phase, in der Sie tiefer graben müssen, über oberflächliche Probleme wie Budgetüberschreitungen oder Terminverzögerungen hinaus. Identifizieren Sie die zugrunde liegenden Faktoren, die zu den Projektherausforderungen beitragen.


Woche 2: Strategische Planung

  • Projektziele: Überdenken und bewerten Sie die Projektziele. Ermitteln Sie, ob sie angesichts der aktuellen Umstände noch relevant und erreichbar sind.
  • Ressourcenanalyse: Analysieren Sie die Ressourcenzuweisung des Projekts, einschließlich des Budgets, des Personals und der Werkzeuge. Identifizieren Sie kritische Ressourcenengpässe, die behoben werden müssen.
  • Risikobewertung: Aktualisieren Sie das Risikoregister des Projekts und identifizieren Sie neue Risiken, die aufgrund des aktuellen Projektstatus aufgetreten sind. Überprüfen Sie auch vorhandene Risiken erneut.
  • Wiederanlaufplanung: Erstellen Sie eine Neuplanung, die wesentliche identifizierte Probleme adressiert. Dieser Plan sollte überarbeitete Projektziele, realistische Zeitpläne, angepasste Ressourcenzuweisungen und Strategien zur Risikominderung umfassen.


Woche 3: Kommunikation und Umstrukturierung

  • Kommunikationsplan: Entwickeln Sie eine transparente Kommunikationsstrategie. Sprechen Sie die Projektprobleme offen an und skizzieren Sie Ihren Wiederherstellungsplan. Offene und ehrliche Kommunikation ist der Schlüssel, um Unterstützung von Stakeholdern und dem Projektteam zu gewinnen.
  • Teamzusammensetzung: Wenn erforderlich, nehmen Sie Änderungen an der Teamstruktur vor. Dies kann das Einbringen neuer Fähigkeiten, die Neuzuweisung von Aufgaben oder die Lösung von Personalproblemen umfassen, die die Teamleistung beeinträchtigen.
  • Buy-In: Präsentieren Sie Ihren Wiederanlaufplan den Stakeholdern wie auch dem Projektteam. Es ist entscheidend, ihre Zustimmung und ihr Engagement für den Neustart zu gewinnen. 
  • Quick Wins: Identifizieren und realisieren Sie schnelle Erfolge - kleine, erreichbare Aufgaben, die einen sofortigen positiven Einfluss auf das Projekt haben können. Dies kann die Moral steigern und Fortschritte demonstrieren.


Woche 4: Umsetzung und Überwachung

  • Neustart: Starten Sie offiziell die Umsetzungsphase des Wiederherstellungsplans. Stellen Sie sicher, dass alle Teammitglieder ihre Rollen und Verantwortlichkeiten unter dem neuen Plan verstehen.
  • Fortschrittsüberwachung: Richten Sie ein robustes System zur Überwachung des Fortschritts gegenüber der neuen Planung ein. Dies sollte regelmäßige Statusbesprechungen, aktualisierte Projektverfolgungstools und klare Metriken für den Erfolg umfassen.
  • Feedbackschleifen: Setzen Sie Prozesse auf für kontinuierliches Feedback von Team und Stakeholdern. Seien Sie bereit, den Plan basierend auf diesem Feedback anzupassen.
  • Teamgeist: Arbeiten Sie aktiv an Teambuilding- und Moralsteigerungsaktivitäten. Erkennen Sie Erfolge an, fördern Sie eine konstruktive und positive Arbeitshaltung und fördern Sie die Zusammenarbeit zwischen den Teammitgliedern. Achten Sie auf die Laune des Teams.


Kontinuierliche Maßnahmen

  • Laufende Anpassung: Bewerten Sie kontinuierlich Fortschritt und Ergebnisse Ihrer Neuplanung. Seien Sie flexibel und bereit, den Plan basierend auf Ihren Beobachtungen anzupassen. Aber berücksichtigen Sie dabei, dass Zeit, Kosten und Qualität nicht ohne gute - und gut kommunizierte - Gründe mehr verändert werden können!
  • Stakeholdermanagement: Halten Sie während des gesamten Projekts kontinuierlich und proaktiv Kontakt zu den Stakeholdern. Ihre fortlaufende Unterstützung und ihr Feedback sind entscheidend für die Projekterholung.
  • Wissensmanagement: Dokumentieren Sie Erkenntnisse und sich bewährende Verfahren für zukünftige Referenz. Die Erfahrungen, die Sie bei der Wiederbelebung dieses Problemprojekts sammeln, haben oft unschätzbaren Wert für Ihre Organisation.


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Die Rettung eines gefährdeten Projekts ist zweifellos eine Herausforderung, aber sie ist nicht unmöglich. Mit einem gut strukturierten Ansatz, effektiver Kommunikation und unerschütterlichem Engagement können Sie neues Leben in ihr Projekt einhauchen und es wieder zurück auf den Weg zum Erfolg führen.